Viele Kliniken behandeln Facebook wie ein altes Schaufenster. Ab und zu hängt man etwas rein, meistens dann, wenn ohnehin schon alles voll ist. Danach wird es wieder still. Und dann wundert man sich über die Wirkung: kaum Resonanz, wenig Vertrauen, keine Bewerbungen.
Facebook ist im Krankenhaus kein Nostalgie-Kanal. Es ist eine Beziehungsfläche. In kaum einer Branche schauen Menschen so genau hin wie im Gesundheitswesen. Nicht, weil sie neugierig sind, sondern weil es um Sicherheit geht. Um Versorgung. Um Angehörige. Um das Gefühl: Diese Klinik hat Haltung, und sie bleibt handlungsfähig, wenn es eng wird.
Warum Facebook im Krankenhaus unterschätzt wird
Die Wahrheit ist unbequem: Reputation entsteht nicht über einen Imagefilm. Sie entsteht über Wiederholung. Über kleine, nachvollziehbare Beweise im Alltag.
Facebook ist dafür ein stabiler Kanal, weil er regional verankert ist und weil dort Menschen bleiben, die nicht jeden Trend mitmachen, aber sehr genau beobachten.
Warum Facebook für Krankenhäuser und Kliniken relevant bleibt
Facebook wird unterschätzt, weil viele nur auf Reichweite schauen. Der Wert liegt im regionalen Kontext.
Wiedererkennung
Wiedererkennung im Einzugsgebiet. Menschen sehen Sie regelmäßig und entwickeln Vertrauen.
Dialog
Dialogmöglichkeiten, bevor aus Unmut ein Gerücht wird. Direkte Kommunikation schafft Klarheit.
Passive Kandidaten
Sichtbarkeit bei Menschen, die nicht aktiv suchen, aber wechselbereit sind.
Kurz: Wenn Sie Facebook konsequent führen, erzeugen Sie einen einfachen Effekt: Die Klinik wirkt ansprechbar. Ansprechbarkeit wird im Gesundheitswesen als Kompetenz gelesen.
Wen Sie auf Facebook erreichen und warum das zählt
Facebook ist nicht "für alle". Es ist für die Menschen, die eine Klinik im Alltag begleiten, empfehlen oder kritisch prüfen.
Angehörige und Region
Menschen aus der Region, die Orientierung suchen.
Mitarbeitende und Netzwerk
Die Empfehlungen geben und Kultur weitertragen.
Bewerbende im Umkreis
Oft ohne aktives Suchverhalten, aber wechselbereit.
Multiplikatoren
Aus Kommune, Rettungsdienst, Bildung und Vereinen.
Wichtig
Wenn Sie Patientenkommunikation, Arbeitgebermarke und Krisenkommunikation vermischen, verliert der Kanal Profil. Facebook funktioniert besser, wenn Ziele klar getrennt sind.
Wofür Facebook in Klinik und Krankenhaus besonders gut taugt
Regionale Verankerung
Veranstaltungen, Eröffnungen, Kooperationen. Alles, was Nähe zeigt.
Einblicke in den Alltag
Ohne Inszenierung. Echtheit zählt mehr als Hochglanz.
Arbeitgebermarke stärken
Nicht über Versprechen, sondern über Wiederholung und Haltung.
Dialog führen
Fragen beantworten, bevor sie zu Beschwerden werden.
Recruiting unterstützen
Nicht als Jobbörse, sondern als Vertrauensaufbau.
Content, der Vertrauen erzeugt
Was auf Facebook funktioniert, ist das Gegenteil von Werbung. Es ist Einordnung.
Content-Typen, die wirken:
Verknüpfen Sie Ihre Facebook-Präsenz mit der Gesamtstrategie für Social Media im Krankenhaus. So entsteht ein konsistentes Bild über alle Kanäle.
Formate im Klinikalltag
Bild + Text
Klassisch, stabil, gut für Einordnung.
Video (kurz)
Für Einblicke, Vorstellungen, Erklärungen.
Event
Für Veranstaltungen mit regionalem Bezug.
Link-Post
Für Verweis auf Karriereseite oder Blog.
Der Prozess, der Facebook am Leben hält
Ohne Prozess stirbt jeder Kanal. Facebook braucht Struktur, nicht Spontanität.
Redaktionsplan
Wöchentliche Planung mit festen Formaten und Themen.
Zuständigkeiten
Wer postet? Wer moderiert? Wer gibt frei?
Moderation
Festes Zeitfenster pro Tag für Kommentare und Nachrichten.
Review
Monatliche Auswertung: Was funktioniert, was nicht?
Kommentarregeln und Krisenmodus
Grundregeln für Kommentare:
Krisenmodus
Bei Shitstorms oder kritischen Situationen: Kommunikation sofort abstimmen mit der Geschäftsführung. Nicht reagieren ohne Freigabe. Ruhe bewahren.
Datenschutz und Würde
Im Krankenhaus gelten besondere Regeln. Patientendaten sind tabu. Würde ist nicht verhandelbar.
Keine Patienten zeigen
Auch nicht von hinten, auch nicht unscharf.
Einwilligungen einholen
Für alle Personen, die erkennbar sind.
Keine Diagnosen nennen
Auch nicht indirekt oder angedeutet.
Würde wahren
Im Zweifel: nicht posten.
Vertiefung für die Umsetzung: Social Media im Krankenhaus und in der Klinik im Überblick
30-Tage-Plan für den Start
Woche 1
Seite einrichten, Impressum, Datenschutz, Profilbild, Titelbild.
Woche 2
Erste 4 Beiträge planen: Vorstellung, Einblick, Event, Einstieg.
Woche 3
Moderation starten, auf Kommentare reagieren, Rhythmus finden.
Woche 4
Review: Was funktioniert? Was anpassen? Nächsten Monat planen.
Messung, die nicht lügt
Was Sie messen sollten:
Vergleichen Sie Ihre Facebook-Metriken mit den LinkedIn-KPIs und Instagram-Metriken, um ein Gesamtbild zu bekommen.
Häufige Fragen zu Facebook im Krankenhaus
Funktioniert Facebook-Recruiting in Kliniken wirklich?
Ja, vor allem regional. Es funktioniert am besten, wenn Sie Kultur zeigen und der Einstieg leicht ist.
Wie oft sollten wir auf Facebook posten?
Starten Sie mit 2 Beiträgen pro Woche. Wichtig ist ein stabiler Rhythmus.
Welche Inhalte funktionieren auf Facebook besonders gut?
Einordnung, regionale Themen, Veranstaltungen, Dialogformate, klare Einblicke in Arbeit und Einstieg.
Wie gehen wir mit negativen Kommentaren um?
Mit klaren Regeln, sachlicher Antwort und einem definierten Wechsel in private Kommunikation. Nicht streiten, moderieren.
Müssen wir rund um die Uhr reagieren?
Nein. Ein festes Moderationsfenster pro Werktag reicht oft aus, wenn es zuverlässig ist.
Dürfen wir Klinikalltag zeigen?
Ja, wenn keine Patientendaten sichtbar sind und Würde gewahrt bleibt. Lieber weniger zeigen, dafür sicher.
Brauchen wir eine eigene Facebook-Gruppe?
Nicht zwingend. Eine Seite mit guter Moderation und klaren Formaten ist der bessere Start.
Wie verbinden wir Facebook mit der Bewerbung?
Mit wiederkehrenden Einstiegsbrücken, klaren Ansprechpartnern und einer Karriereseite ohne Umwege.
Welche Rolle spielen Veranstaltungen?
Eine große. Events sind regionale Ankerpunkte und bringen Reichweite, auch für Recruiting.
Was ist der größte Fehler auf Facebook?
Posten ohne Dialogfähigkeit. Wer sendet, muss reagieren können, sonst kippt Vertrauen.
Weiterführende Inhalte
Weiterführende Leitfäden
Nächster Schritt: Klarheit statt Aktionismus
Starten Sie mit dem Brand Check. 20 Fragen, ca. 3 Minuten. Danach wissen Sie, welche Hebel für Sichtbarkeit und Recruiting wirklich Priorität haben.

