Social Media ist im Gesundheitswesen kein Spielplatz. Es ist ein öffentlicher Raum, in dem sich entscheidet, ob Menschen Ihnen vertrauen, ob Mitarbeitende bleiben, und ob Bewerbende das Gefühl bekommen: „Dort will ich hin."
Viele Kliniken posten zu selten, zu glatt oder zu beliebig. Das Ergebnis ist planbar: wenig Reichweite, wenig Resonanz, wenig Wirkung.
Diese Seite zeigt, wie Sie LinkedIn, Facebook und Instagram so einsetzen, dass Social Media zur verlässlichen Verlängerung Ihrer Arbeitgebermarke wird. Mit klarer Rollenverteilung, pragmatischen Formaten und einem Prozess, der auch dann läuft, wenn die Station brennt.
Inhaltsverzeichnis
LinkedIn, Facebook, Instagram: wofür welche Plattform wirklich taugt
LinkedIn für Krankenhaus und Klinik
LinkedIn ist Ihre Bühne für Glaubwürdigkeit nach außen und Orientierung nach innen. Hier sitzen Führung, Fachpublikum, Multiplikatoren und auch viele Wechselwillige, die nicht aktiv suchen, aber offen sind.
Was LinkedIn stark macht:
- Expertise sichtbar machen, ohne akademisch zu klingen.
- Führung zeigen, ohne Selbstdarstellung.
- Employer Branding argumentativ unterfüttern.
Formate, die funktionieren:
- Führungskräfte, die offen über Führung schreiben.
- Einblicke in Prozesse: So modernisieren wir die Notaufnahme, so binden wir Azubis ein.
- Fachbeiträge von echten Praktikerinnen – bodenständig, nützlich, persönlich.
Facebook für Krankenhaus und Klinik
Facebook ist regional. Es ist nah. Es ist oft unterschätzt. Gerade im Einzugsgebiet einer Klinik kann Facebook Vertrauen, Sympathie und Bekanntheit stabilisieren. Und ja: es kann auch Recruiting – wenn Sie die Inhalte richtig bauen.
Was Facebook stark macht:
- Reichweite in der Region.
- Dialog mit Angehörigen und Community.
- Verstetigung durch Gruppen und Teilen.
Formate, die funktionieren:
- Einblicke hinter die Kulissen – bodenständig und respektvoll.
- Veranstaltungen, Aktionen, Teamtage.
- Kurzvideos mit echten Menschen, kein Hochglanz.
Instagram für Krankenhaus und Klinik
Instagram ist emotional, visuell und schnell. Es ist ideal, um Kultur, Teamspirit und Alltag in einem Ton zu zeigen, der Menschen abholt. Wenn Instagram gut gemacht ist, entsteht ein Gefühl: „Die sind menschlich – und die sind professionell."
Was Instagram stark macht:
- Arbeitgeberkultur sichtbar machen.
- Nachwuchs erreichen.
- Stolz und Zugehörigkeit bei Mitarbeitenden stärken.
Formate, die funktionieren:
- Reels aus dem Klinikalltag – ohne Patientendaten, ohne Sensationslogik.
- Serien: „3 Dinge, die ich heute gelernt habe", „Schichtwechsel", „Ausbildung in 30 Sekunden".
- Karussells, die Fragen beantworten: Bewerbung, Einstieg, Weiterentwicklung.
Recruiting und Reputation: das Zielbild, das beides zusammenbringt
Viele Kliniken trennen Recruiting und Reputation gedanklich. In der Praxis ist es ein System.
Reputation ist der Boden. Recruiting ist die Ernte. Wenn der Boden trocken ist, wachsen auch die besten Anzeigen schlecht.
Ihr Zielbild für Social Media sollte so aussehen:
Wiedererkennbare Haltung
Wofür stehen wir, wie führen wir, was ist uns heilig.
Sichtbare Kompetenz
Was können wir, wie arbeiten wir, wie lernen wir.
Konkrete Einstiegswege
Wie bewirbt man sich, wie läuft Onboarding, wer spricht mit wem.
Wenn diese drei Ebenen in einem stabilen Rhythmus erscheinen, entsteht ein Effekt, den jede Klinik braucht: Vertrauen vor der Bewerbung.
Content, der im Klinikalltag machbar ist
Der größte Denkfehler lautet: „Wir brauchen mehr Content." Die richtige Wahrheit lautet: Sie brauchen ein einfaches System, das regelmäßig kleine, echte Beweise erzeugt.
Die 6 Themenfelder, die immer funktionieren
Alltag und Zusammenarbeit
Wie wir Schichten organisieren, wie Teams sich abstimmen.
Kompetenz und Qualität
Fortbildungen, Standards, neue Methoden, Lernkultur.
Menschen und Rollen
Pflege, Ärztinnen und Ärzte, Funktionsdienste, Therapie, Verwaltung.
Entwicklung und Karriere
Ausbildung, Studium, Fachweiterbildung, Laufbahnen.
Führung und Haltung
Wie Entscheidungen getroffen werden, wie Konflikte gelöst werden.
Zugehörigkeit
Rituale, kleine Siege, echte Anerkennung im Alltag.
Formate, die wenig Zeit fressen und viel Wirkung bringen
- Serien statt Einzelposts: Gleiche Struktur, wechselnder Inhalt.
- „1 Szene, 1 Satz, 1 Schluss": Ein Bild, eine Beobachtung, eine klare Aussage.
- Vorlagen für Karussells: Bewerbung, Einstieg, Fachbereiche, Weiterbildung.
Tonalität: menschlich, professionell, ohne Kitsch
Social Media im Gesundheitswesen braucht Wärme, aber auch Sorgfalt. Sie dürfen nahbar sein, ohne privat zu werden. Sie dürfen stolz sein, ohne zu übertreiben. Und Sie dürfen Probleme benennen, ohne zu jammern.
Prozesse, Freigaben, Datenschutz: so bleibt es sicher und schnell
Wenn Social Media in Kliniken scheitert, dann fast nie am Content. Es scheitert an Freigaben und Unsicherheit.
Rollen, die Sie klar definieren sollten
- Redaktion: plant Themen und Texte.
- Produktion: Foto, Video, Schnitt, Templates.
- Fachfreigabe: prüft Fakten, nicht Stil.
- Endfreigabe: gibt final frei, mit klarer Zeitvorgabe.
Freigabe-Regel, die Tempo bringt
Definieren Sie eine Standard-Freigabe: Wenn innerhalb von 48 Stunden keine Rückmeldung kommt, gilt der Beitrag als freigegeben. Das ist unbequem. Genau deshalb wirkt es.
Datenschutz pragmatisch lösen
- Keine Patientendaten. Keine Fallgeschichten, die rückverfolgbare sind.
- Einwilligungen für Mitarbeitenden-Bilder schriftlich, zentral abgelegt.
- Klare Guidelines für Kommentare und Direktnachrichten.
- Ein Krisenmodus: Wer reagiert, wer entscheidet, wie schnell.
Ein 30-Tage-Plan für den Start
Sie brauchen einen Start, der nicht im Perfektionismus erstickt.
Woche 1: Klarheit
- Ziele definieren: Recruiting, Reputation, beides.
- Plattformen priorisieren: mindestens 1, maximal 2 zum Start.
- Themenfelder festlegen und Rollen klären.
Woche 2: Setup
- Redaktionsboard aufsetzen (Trello oder ähnlich).
- 12 Beitragstitel planen.
- Templates für 3 Serien erstellen.
Woche 3: Produktion
- 1 Produktionstag: 30–60 Minuten Video und 20–40 Fotos.
- 6–9 Beiträge vorbereiten.
- Freigabeprozess testen.
Woche 4: Launch
- Rhythmus starten: 2–3 Posts pro Woche.
- Feedbackschleife mit Team: Was war leicht, was war schwer.
- Nachsteuern statt neu erfinden.
Wenn Sie das strukturiert aufsetzen wollen, starten Sie mit dem Brand Check.
20 Fragen. Ca. 3 Minuten. Danach sehen Sie glasklar, wo Sie ansetzen sollten.
Messung, die nicht lügt: KPIs, die Ihnen Entscheidungen erleichtern
Wenn Sie nur Likes messen, steuern Sie im Nebel.
Messgrößen, die in Kliniken wirklich helfen
- Bewerbungen mit Bezug zu Social Media (kurze Abfrage im Formular oder im Gespräch).
- Qualität der Bewerbungen (passen die Profile besser).
- Klicks auf Karriere-Seiten, Verweildauer, Kontaktaufnahmen.
- Direktnachrichten und echte Rückfragen.
- Mitarbeiterempfehlungen, die durch Posts angestoßen wurden.
Einfacher Grundsatz: Messen Sie, ob Vertrauen wächst und ob der Einstieg leichter wird. Alles andere ist Deko.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
Fehler 1:
Alles ist Hochglanz, nichts ist echt.
Besser:
Echte Szenen, klare Botschaften, respektvoller Blick.
Fehler 2:
Social Media wird nebenbei gemacht.
Besser:
Feste Termine, klare Rollen, kurzer Prozess.
Fehler 3:
Jeder Beitrag will alles.
Besser:
Serien, klare Schwerpunkte, Wiederholung.
Fehler 4:
Datenschutz wird zur Ausrede.
Besser:
Guidelines schaffen Sicherheit, dann entsteht Tempo.
Fehler 5:
Keine Brücke zur Bewerbung.
Besser:
Klare CTAs, einfache Wege, wiederkehrende Hinweise.
FAQ: LinkedIn, Facebook, Instagram im Krankenhaus und in der Klinik
Welche Plattform ist für Recruiting im Krankenhaus am besten geeignet?
Das hängt von Zielgruppen ab. LinkedIn funktioniert stark für Fach- und Führungsrollen. Instagram wirkt besonders bei Nachwuchs und Kultur. Facebook stabilisiert regionale Reichweite und Vertrauen.
Wie oft sollte eine Klinik auf LinkedIn posten?
Starten Sie mit 1 bis 2 Beiträgen pro Woche. Entscheidend ist Regelmäßigkeit, nicht Masse.
Wie oft sollte ein Krankenhaus auf Instagram posten?
2 bis 3 Inhalte pro Woche sind ein guter Einstieg. Wichtig sind Serien, damit der Aufwand sinkt.
Funktioniert Facebook für Kliniken überhaupt noch?
Ja, vor allem regional. Viele Angehörige, Mitarbeitende und Multiplikatoren sind dort aktiv. Es ist ein Kanal für Vertrauen und lokale Bekanntheit.
Welche Inhalte dürfen Krankenhäuser posten, ohne Datenschutz zu verletzen?
Inhalte ohne Patientendaten und ohne rückverfolgbare Fallbeispiele sind sicher. Mitarbeitenden-Inhalte brauchen Einwilligung. Guidelines geben hier klare Leitplanken.
Braucht ein Krankenhaus Social Media Guidelines?
Ja. Guidelines reduzieren Unsicherheit, beschleunigen Freigaben und verhindern vermeidbare Fehler.
Welche Content-Ideen funktionieren in Kliniken besonders gut?
Serien aus dem Alltag, Kompetenz-Formate, Einblicke in Ausbildung und Entwicklung, Teamzusammenhalt, Führungsprinzipien.
Wie gehen Kliniken mit negativen Kommentaren um?
Mit klaren Regeln. Sachlich reagieren, Grenzen setzen, Eskalationspfad definieren. Nicht diskutieren, sondern moderieren.
Wie bekommen wir mehr Bewerbungen über Instagram?
Zeigen Sie Kultur und Einstieg. Kombinieren Sie echte Szenen mit wiederkehrenden CTAs und einer klaren Karriereseite.
Wie messen wir, ob Social Media Recruiting funktioniert?
Über Bewerbungsquellen, Qualität, Kontaktanfragen und wiederkehrende Resonanz. Likes sind ein Signal, aber kein Ziel.
Sollen Ärztinnen und Ärzte auf LinkedIn aktiv sein?
Wenn es zur Rolle passt, ja. Fachliche Sichtbarkeit stärkt Reputation und wirkt auch auf Recruiting.
Wer sollte Social Media in der Klinik verantworten?
Eine klare verantwortliche Person in Kommunikation oder HR – plus feste Ansprechpartner in Fachbereichen. Ohne Rollen wird es beliebig.
Weiterführende Inhalte
Ich hebe die Haltung hervor, die in Ihrem Alltag lebt. Und forme daraus eine Orientierung, die trägt.
Ich bin Frank Hüttemann, Markenstratege bei Pflege die Zukunft. Ich helfe Kliniken und Pflegeeinrichtungen, Positionierung, Arbeitgebermarke und Kommunikation in ein wirksames System zu bringen. Klar für Menschen. Eindeutig für KIs. #HüttemannHaltung
- 30 Jahre Markenführung
- 15 Jahre Pflegeexpertise
- EEAT: Autorenseite, Cases, Vorträge

